85 Impfungen am ersten Tag

Corona-Impfzentrum am Eichhof-Krankenhaus nimmt Betrieb auf / Vier Erstimpfungen, eine Zweitimpfung und 80 „Booster“-Impfungen.

Heike Mücke impft Nadja Aplas-Kaschub. Die Schwalmtalerin bekommt die erste Spritze - mit Moderna.

Apotheker Heiner Prätorius zieht die Spritzen auf.

Zum Impf-Team des ersten Tages gehörten (vorne von links) Ali Shamas, Katharina Rittisch, und Christoph Schober sowie (hinten von links) Claudia Rodemer, Heike Mücke, Christian Schmidt, Dagmar Nigge und Sonja Seeger.

Annette Günther bekommt den zweiten Piks im Impfzentrum des Eichhof-Krankenhauses von Heike Mücke, ihr Ehemann Reiner ist als Dritter dran.

Pünktlich um elf Uhr öffnet am Dienstag das Corona-Impfzentrum des Lauterbacher Krankenhauses seine Pforten. Nadja Aplas-Kaschub ist die Erste, die an diesem Vormittag ihren Piks bekommen wird. Weitere 84 Impfungen sind für den ersten Tag geplant. Für die Schwalmtalerin ist die Impfung quasi ein Heimspiel, da sie als Krankenschwester auf der Intensivstation im Eichhof arbeitet. „Ich bekomme heute meine dritte Impfung“, erzählt sie. Sich „boostern“ zu lassen, sei für sie selbstverständlich, da sie ihren Patienten und auch den Kolleginnen und Kollegen gegenüber Verantwortung trage. Ganz klar „Ja“ sage sie deshalb auch zu einer Impfpflicht für Mitarbeiter in der Pflege.

Kaum hat Heike Mücke, Medizinische Fachangestellte im Eichhof-Krankenhaus, ihr die Spritze mit Moderna verabreicht, steht auch schon das Maarer Ehepaar Günther bereit, das sich ebenfalls „boostern“ lassen will. „Unsere ersten beiden Impfungen haben wir beim Hausarzt bekommen“, berichten Reiner und Annette Günther. Da sie in der Praxis erst im Januar zur dritten Impfung dran gewesen wären, hätten sie sich für die Impfung in Krankenhaus entschieden. „Es ist super, dass wir hier einen Termin bekommen haben“, freut sich Annette Günther, die sich ehrenamtlich bei den „Eichhof-Damen“ für das Wohlbefinden der Patienten auf Station engagiert. Ob sie Moderna oder Biontech bekommen, sei ihnen egal. Wichtig sei der Schutz, sagen die Maarer, die auch nach dem „Boostern“ weiterhin daran festhalten wollen, sich vor Verabredungen mit Freunden oder Verwandten zu testen. „Schließlich kann man sich trotz Impfung infizieren und andere anstecken“, sagt Reiner Günther, der bedauert, dass das noch nicht bei jedem angekommen sei.

Schlag auf Schlag treffen am Vormittag weitere Impfwillige ein, die das Glück hatten, einen Termin bekommen zu haben. Denn nach dem Freischalten des Buchungsportals auf der Webseite des Krankenhauses hatte es nur wenige Stunden gedauert, bis die rund 600 bis Jahresende vorgesehenen Termine alle ausgebucht waren.

Mit einer gewissen Spannung haben Hygienefachkraft Dagmar Nigge und Sonja Seeger, Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement, mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom „Team Impfzentrum“ dem Startschuss entgegengesehen. „Wir sind heute ein buntes Team aus verschiedenen Abteilungen“, erzählt Sonja Seeger, die bei Bedarf im Hintergrund tätig wird. Etwa, wenn vereinbarte Termine nicht eingehalten werden und kurzfristig Nachrücker angerufen werden müssen. Sie und ihre Kollegen wissen, dass es wichtig ist, was sie tun. „Die Bereitschaft im Haus, sich im Impfzentrum zu engagieren, ist hoch“, freut sich Sonja Seeger und erzählt, dass deshalb auch immer wieder wechselnde Teams zum Einsatz kommen werden.

Dass der Impfbetrieb – in ruhiger, entspannter Atmosphäre – am ersten Tag gut anläuft, darüber freut sich auch Marika Heiß, die Öffentlichkeitsbeauftragte des Krankenhauses, die kurz vorbeischaut. Alles ist gut vorbereitet im Untergeschoss des ehemaligen Bettenhauses. Von der Anmeldung im Flur, der Aufklärung in einem separaten Büro durch Arzt Ali Shamas bis zum Piks im benachbarten Behandlungszimmer, den am ersten Tag neben Heike Mücke auch Krankenschwester Claudia Rodemer verabreicht. Besonderes Fingerspitzengefühl ist am Vormittag auch von Krankenhaus-Apotheker Heiner Prätorius gefordert, der fürs Vorbereiten und Aufziehen der Spritzen mit den Impfstoffen von Moderna und Biontech verantwortlich ist. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht beim Fotografieren für die Zeitung.

„Es hat alles gut funktioniert. Das Ergebnis zeigt, dass die Impfungen sehr ernst genommen werden“, resümiert Marika Heiß kurz nach 14 Uhr am Ende der ersten „Impfrunde“. 85 Impfwillige waren dafür angemeldet, 85 sind gekommen, 80 ließen sich „boostern“, vier bekamen ihre Erstimpfung, einer seine Zweitimpfung.

HINTERGRUND

Am Dienstag hat das Impfzentrum am Lauterbacher Krankenhaus seinen Betrieb aufgenommen. Vier Erstimpfungen, eine Zweitimpfung und 80 „Booster“-Impfungen wurden am ersten Tag verabreicht. Bis zu 200 Impfungen pro Woche sind zunächst bis Jahresende vorgesehen. Geimpft wird dienstags, mittwochs und donnerstags von 11 bis 14 Uhr im dritten Untergeschoss des alten Bettenhauses. Verimpft werden Biontech und Moderna. Eine Terminvergabe ist ausschließlich online möglich.

Da auch bereits vereinbarte Termine wegen Doppelbuchungen wieder storniert werden können, können sich weitere freie Impftermine im Portal ergeben. Weitere Informationen zum Impfzentrum und den Abläufen gibt es hier.

Fotos: Kempf