Zwei zusätzliche Beatmungsgeräte für das Krankenhaus Eichhof

Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen ermöglicht weitere Aufstockung der Intensivkapazitäten gegen das Corona-Virus.

Die neuen Beatmungsgeräte stellen eine Erweiterung der intensivmedizinischen Kapazitäten am Krankenhaus Eichhof dar - nicht nur im Corona-Krisenfall. Darüber sind (von links) Michael Schimanski, Tobias Plücker, Dr. Norbert Sehn und Marie Schubert sehr erleichtert.

Das Krankenhaus Eichhof hat für schwere COVID-19-Fälle nachgerüstet. Dank eines Sonderinvestitionsprogramms des Landes Hessen, aus dem das Lauterbacher Krankenhaus einen Betrag in Höhe von 57.000 EUR für die Anschaffung von zwei weiteren Beatmungsgeräten erhalten hat, konnten die Intensivkapazitäten mit Beatmung auf nunmehr 13 Plätze aufgestockt werden.

Die Zahl der Betten, in denen Patienten beatmet oder anderweitig intensivmedizinisch betreut werden können, hat sich am Krankenhaus Eichhof seit Ausbruch des Corona-Virus in Deutschland von sechs auf 11 Einheiten nahezu verdoppelt. Frühzeitig hatte das Lauterbacher Krankenhaus mit einer eigenen COVID-Station und speziell abgetrennten Bereichen mit Beatmungsbetten auf der Intensivstation auf möglicherweise steigende Fallzahlen im Vogelsberg reagiert.

„Wir haben in der vergangenen Woche zwei weitere Beatmungsgeräte von unserem Lieferanten Heinen & Löwenstein in Bad Ems erhalten. Da wir Bestandskunden bei diesem anerkannten Hersteller für Medizintechnik sind, gehören wir hessenweit zu den ersten Häusern, die mit den neuen Geräten beliefert wurden“, erklärt der Chefarzt Anästhesiologie und Intensivmedizin am Krankenhaus Eichhof Dr. Norbert Sehn. Somit können nunmehr 11 Patienten gleichzeitig beatmet und weitere 9 Patienten auf der Intensivüberwachungspflege -  der sogenannten Intermediate Care (IMC) Station - ebenfalls intensivmedizinisch versorgt werden. Die beiden anderen Beatmungsgeräte bleiben im Schockraum und im mobilen Einsatz am Krankenhaus für Notfallpatienten.

„Wir haben seit Ausbruch des Virus insgesamt vier Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen behandelt, von denen drei bereits in der vierten Woche noch immer beatmet werden müssen. Die langwierigen Verläufe sind die besondere Problematik dieser Erkrankung“, erläutert der Chefarzt. „Neben den adäquaten Geräten zur Beatmung, die nur einen Baustein der Versorgung von COVID-19-Patienten darstellen, ist qualifiziertes Personal Voraussetzung zur Behandlung schwerer Lungenentzündungen auf der Intensivstation Gott sei Dank auch außerhalb von Corona eine der Kernkompetenzen in unserem Krankenhaus“, weiß auch Dr. Ines Josek, Leitende Oberärztin der Intensivstation.

Dennoch ist das Virus auch aus pflegerischer Sicht eine Herausforderung. „Es zeigt sich, dass Corona-Erkrankte mit schwerem Lungenversagen häufig 16 von 24 Stunden auf dem Bauch gelagert werden müssen. Das ist ein enormer Aufwand und es bedarf mehrerer Pflegekräfte, die am Patienten arbeiten müssen. Darüber hinaus ist im Umgang mit COVID-Patienten eine komplette Schutzausrüstung erforderlich, die zeitaufwendig anzuziehen ist“, beschreibt Fachkrankenpfleger Michael Schimanski die derzeitigen Abläufe. Der pflegerische Leiter der Intensivstation am Krankenhaus Eichhof betont die Bedeutung ausreichend vorhandener, erfahrener Intensivkräfte in einer solchen Ausnahmesituation.

„Es ist herausragend, mit welchem Einsatz und mit welcher Solidarität unter dem Personal die Patienten im Intensivbereich betreut werden, trotz einer deutlich erhöhten Arbeitsbelastung speziell bei Corona-Fällen“, zollt auch der Hygieneverantwortliche Arzt Tobias Plücker den medizinischen und pflegerischen Kollegen am Krankenhaus Eichhof Lob und Anerkennung. Der Chefarzt Innere Medizin/Kardiologie leitet als Hygieneverantwortlicher Arzt den Corona-Krisenstab am Krankenhaus Eichhof und steht in ständigem Austausch mit den Fachabteilungen am Haus, insbesondere mit den verantwortlichen Medizinern und Pflegekräften der Intensivstation.