Zivilisationskrankheit Darmbeschwerden

Großes Interesse am Vortrag Divertikulose/Divertikulitis von Chefarzt Dr. Johannes Roth am Krankenhaus Eichhof.

Chefarzt Dr. Roth erhielt von den Anwesenden viel Lob und Zustimmung für seinen Vortrag

Mehr als 120 Zuhörer hatten sich im Krankenhaus Eichhof in Lauterbach eingefunden, um am letzten Vortrag des Jahres 2016 der Veranstaltungsreihe Treffpunkt Gesundheit zum Thema „Divertikulose/Divertikulitis - wie muss ich mich verhalten?" teilzunehmen. Der Chefarzt der Inneren Medizin/Gastroenterologie, Dr. Johannes Roth, referierte über die Entstehung von Divertikeln im Darm und den daraus resultierenden möglichen Beschwerden.

„Die gute Nachricht: Von dieser Art der Darmerkrankung kann man keinen Krebs bekommen. Es gibt keine wissenschaftlich belegten Erkenntnisse eines Zusammenhangs", erklärte der Chefarzt den Anwesenden. Er war in seiner Präsentation unter anderem auf eine Fallstudie aus Schweden eingegangen, an der über 40.000 Darmkrebspatienten und weitere 80.000 Kontrollpersonen teilgenommen haben.

Dr. Roth erläuterte zunächst die historischen Fakten der Kolondivertikulose/Divertikulitis, ehe er die verschiedenen Formen der Erkrankung aufzeigte. In einem mit Grafiken und Bildern angereicherten Vortrag erklärte er in einer schematischen Darstellung, wie Divertikel aussehen, welche Rolle Alter, Lebensstil oder Konstitution eines Menschen spielen und den Unterschied zwischen harmlosen Ausstülpungen und entzündlichen Veränderungen. Der Chefarzt ging auch auf die Symptome, wie zum Beispiel Schmerzen ähnlich einer Appendizitis ein, nur dass der betroffene Bereich bei diesem Krankheitsbild auf der linken Seite reagiert. Auch Blasenstörungen oder Blutungen könnten Indikatoren für eine Erkrankung sein, so der Chefarzt.

„Die zunehmend ballaststoffarme Ernährung, geringe körperliche Aktivitäten, Rauchen und Alkohol sind Indizien dafür, dass wir es mit einer Zivilisationserkrankung zu tun haben", sagt Dr. Roth und sieht darin eine Erklärung für den erheblichen Zuwachs an Patienten. Mit steigendem Alter erhöhe sich die Anzahl derer, die erkranken. „Sport und Bewegung sind wichtig. Damit meine ich nicht Krafttraining, sondern wandern, joggen, schwimmen oder auch Rad fahren, alles Betätigungen, denen man auch im zunehmenden Alter noch nachgehen kann", empfiehlt der erfahrene Mediziner.

Welche Untersuchungsmöglichkeiten es mittels Ultraschall gibt oder wie man Hinweise auf die Erkrankung durch Blut- und Urinabnahme im Labor aufspüren kann, wann eine konservative Behandlung angezeigt und in welchem Stadium eine OP unumgänglich ist, all diese Inhalte beleuchtete Dr. Roth ausführlich und ging dabei auch auf die zahlreichen Fragen aus dem Publikum ein. Kaum eine Nachfrage blieb unbeantwortet und Hinweise, wie zum Beispiel, dass der Verzehr von Nüssen und Körnerfrüchten das Risiko für das Auftreten einer Divertikulitis/Divertikelblutung nicht erhöhe, wurde von den Teilnehmern interessiert aufgenommen.