Zeit als Geschenk des Augenblicks

Eichhof-Damen im Krankenhaus Eichhof feiern 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt.

Ein Tag zum Feiern: Geehrte, Laudatoren und Gäste beim gemeinsamen Erinnerungsfoto in der Kapelle am Krankenhaus Eichhof.

Großer Bahnhof für engagierte Ehrenamtlerinnen: Mit einem Festakt mit Andacht wurden die „Eichhof-Damen“ in der voll besetzten Kapelle am Krankenhaus Eichhof in Lauterbach für 40 Jahre unermüdliches Engagement geehrt. Die evangelische Pfarrerin Petra Bouvain und die katholische Pastoralreferentin Hedwig Kluth eröffneten die Feierlichkeiten mit Ansprachen, Liedern und Gebeten für die zahlreich erschienen aktiven und ehemaligen Mitglieder der Ökumenischen Krankenhaushilfe (ÖKH).

Die Würdigung durch honorige Gäste war groß. Neben dem Vorsitzenden der Eichhof-Stiftung Lauterbach Hans-Jürgen Schäfer waren der Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann, sein Stellvertreter Hans-Georg Stoll, der Stiftungsratsvorsitzende Heinrich Mai und sein Stellvertreter Dr. Wolfgang Kniepert, Personalbereichsleiter Berthold Remiger, Pflegedirektorin Kathrin Kleine, der Betriebsratsvorsitzende Thorsten Ebert, der Ärztliche Direktor Dr. Rüdiger Hilfenhaus sowie der Bürgermeister der Stadt Lauterbach Rainer-Hans Vollmöller anwesend, um ihre Anerkennung für die Leistung der freiwillig Tätigen im Krankenhaus Eichhof zum Ausdruck zu bringen.

Die Vorsitzende der „Eichhof-Damen“ Dorothea Koch begrüßte die Gäste und gab einen Einblick in die Historie der ehemals „Grünen Damen“. Sie verwies darauf, dass der Einsatz von Ehrenamtlern für Patienten und Senioren ihren eigentlichen Ursprung schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA hatte. „Ursprünglich als „Grüne Damen“ in den sechziger Jahren auch in Deutschland gegründet, haben wir im Jahr 1977 unseren Dienst in Lauterbach aufgenommen. Durch die grüne Kleidung - in Deutschland ein Symbol für Hoffnung - hat sich der Name bundesweit durchgesetzt“, erklärte die Vorsitzende den anwesenden Gästen.

„Wir schenken Menschen Zeit durch vorlesen, Briefe schreiben, spazieren gehen, Begleitung zu Veranstaltungen und zur Andacht, vor allem aber durch das Gespräch.“ Sie verwies darauf, dass der Einsatz für Kranke und Hilfsbedürftige neben aller Anstrengung vor allem Zufriedenheit, Freude und Glück bedeute. Das Miteinander in der Gemeinschaft, das Gefühl für andere da zu sein, all das bereichere das Leben der derzeit 17 aktiven Mitarbeiterinnen in Lauterbach und all ihrer Vorgänger, so Dorothea Koch. Stellvertretend für alle Ehemaligen dankte sie Helga Krieglstein, die als Frau der ersten Stunde im Jahr 1977 ihre Tätigkeit aufnahm und am Festakt am Krankenhaus Eichhof teilnahm.

Der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Schäfer drückte in seiner Ansprache den tiefen Dank der Stiftung für die geleistete Arbeit und das Engagement der ehrenamtlich tätigen Damen in den vergangenen 40 Jahren aus. „Allein in 2016 haben in 500 Krankenhäusern und 250 Seniorenheimen in ganz Deutschland 10.000 Damen und 900 Herren „ihre Zeit richtig verwendet‘“, sagte Schäfer in Anlehnung an ein Zitat von Goethe. Er verwies darauf, dass die Menschen, die ins Krankenhaus kämen, erwarteten medizinisch gut versorgt zu werden. „Dass sie dann das Gefühl haben, gut betreut worden zu sein, das zeichnet unser Haus aus und die „Eichhof-Damen“ haben daran einen großen Anteil“, so Schäfer wörtlich.

Pflegedirektorin Kathrin Kleine, die auch für die Koordination zwischen Krankenhaus und den Ehrenamtlern zuständig ist, bemühte ebenfalls die Statistik. „Sie haben in 40 Jahren über 27.000 Stunden Zeit geschenkt. Sie prägen das soziale Gesicht unseres Krankenhauses  maßgeblich mit“, drückte Kleine ihre Anerkennung aus. Die „Eichhof-Damen“ seien gern gesehene Kolleginnen und wichtige Bindeglieder im Einsatz für Patienten, Bewohner, Angehörige, aber auch Mitarbeiter. „Statt Sport zu treiben, Freunde zu treffen oder die geliebte Gartenarbeit zu betreiben, spenden sie einen Teil ihrer Zeit für fremde Menschen, ganz im Zeichen der Nächstenliebe“, betonte die Pflegedirektorin. Sie hoffe, dass die Nachwuchssorgen, die auch bei den „Eichhof Damen“ bestünden, durch aktive Kommunikation mit Freunden und Bekannten aufzuhalten seien. Mit einem Blumenstrauß an die drei Vorstandsdamen dankte Kleine für die geleistete Arbeit.

Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller überbrachte den Dank der städtischen Gremien für die Unterstützung in einem schwierigen sozialen Bereich. „Sie fragen nicht, „Was habe ich davon, was bekomme ich dafür?“, sondern setzen sich selbstlos für ihre Mitmenschen ein“, hob der Bürgermeister hervor und würdigte die große Entlastung für das Krankenhaus und die Senioreneinrichtungen durch die „Eichhof Damen“.

Für die Ökumenische Krankenhaushilfe am Kreiskrankenhaus in Alsfeld überbrachte Marlis Margolf die besten Glückwünsche zum Jubiläum und überreichte ein Bild. Mit der Übergabe einer Kerze durch Petra Bouvain und Hedwig Kluth als Dank für die Unterstützung der evangelischen und katholischen Krankenhausseelsorge endete der offizielle Festakt, der musikalisch von Britta Seng an der Orgel begleitet wurde.

Mit einer Einladung zu Kaffee und Kuchen sowie einem Imbiss in der Krankenhaus-Cafeteria schloss die besondere Veranstaltung der ehemaligen und aktiven „Eichhof-Damen“ in Lauterbach.