Wenn das künstliche Gelenk nicht mehr richtig sitzt

Chirurg Erik Erlekampf referiert über endoprothetische Eingriffe bei Lockerung und Verschleiß

In der anschließenden Diskussion stellte sich der Referent den zahlreichen Fragen der Zuhörer, die ihm eine hohe Expertise bescheinigten.

Mit dem Thema „Gelockerte Prothese - Was nun?“ beschäftigte sich der selbstständige Chirurg und Leiter des EndoProthetikZentrums (EPZ) am Krankenhaus Eichhof, Erik Erlekampf, im Rahmen von Treffpunkt Gesundheit. Der Referent ging insbesondere auf Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Lockerungen von künstlichen Gelenken bei fehlerhaftem Einsatz oder Verschleiß ein.

Erik Erlekampf, der mit seiner Praxis in Fulda mit dem Krankenhaus Eichhof in Lauterbach kooperiert, betreibt gemeinsam mit dem Krankenhaus als Hauptoperateur das EndoProthetikZentrum Lauterbach. Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Endoprothetik kennt er die Zahlen operierter Patienten, die mit neuen Hüft- und Kniegelenken versorgt werden, nur zu genau. Dass dabei auch mal etwas schiefgeht, ist kein Geheimnis.

„Es gibt viele Möglichkeiten, hierauf zu reagieren. Das individuelle Behandlungskonzept reicht von konservativen Therapien bis hin zu Wechseloperationen“, erläuterte der Chirurg dem Auditorium. Er plädierte in seinem Vortrag für das individuelle Gespräch zwischen Patient und Arzt in einem zertifizierten EndoProthetikZentrum und warnte vor voreiligen Recherchen im Internet.

Darüber hinaus gab Erik Erlekampf einen Überblick über die endoprothetische Versorgung der großen Gelenke in den vergangenen Jahrzehnten. Weiterentwickelte Operationstechniken und Implantate ermöglichten heute eine verbesserte Versorgung auch bei jüngeren Patienten. „Durch den gesteigerten Anspruch in Alltag, Freizeit und beim Sport kommt es häufiger zu frühen Verschleißerscheinungen. Dank der immer besser werdenden endoprothetischen Versorgung kann die Mobilität und somit auch die Lebensqualität wieder gesteigert werden“, sagte der Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Notfallmedizin und Röntgendiagnostik. Individuelle Prothesen sind zukünftig ein Thema, um den Patienten eine spezielle und individuelle Versorgung zu ermöglichen. Wie weit dies flächendeckend kommt, bleibt abzuwarten.

Herr Erlekampf ging auf die Altersstrukturen von Betroffenen ein und zeigte deutliche Veränderungen hin zu immer jünger werdenden Patienten auf, die im Endoprothesenregister Deutschland archiviert sind. Er erläuterte mögliche Gründe für Defekte und Lockerungen der Implantate, einschließlich Fehler bei der Operation. Einen wesentlichen Bestandteil seines Vortrages nahm die Diagnostik mittels Anamnese, Röntgenbild, CT, Szintigraphie oder Gelenkpunktion ein. Der Referent erläuterte außerdem die Möglichkeiten konservativer Behandlung mit Krankengymnastik, Muskelaufbautraining oder Schmerztherapie.

Anhand von zehn Fallbeispielen verdeutlichte der erfahrene Operateur unter Zuhilfenahme von prä-, intra- und postoperativen Röntgenbildern, welche Möglichkeiten es heute bei Wechseloperationen an Hüft- und Kniegelenken gibt und wie eine Wechseloperation zum Beispiel bei einer Lockerung durchgeführt werden kann.