Über die Scheu vor der Ver­ant­wor­tung

Schon zum 14. Mal kam Phi­lo­soph Dr. Chris­top Quarch auf Ein­la­dung des För­der­ver­eins Psy­chia­trie Vo­gels­berg ins Hoh­haus-Mu­se­um nach Lau­ter­bach und sprach dies­mal über das The­ma „Ver­ant­wor­tung – Was wir der Welt zu ge­ben ha­ben.“ Ge­wohnt leicht plau­dernd führ­te er in das phi­lo­so­phi­sche The­ma und hin­ter­ließ doch viel Be­den­kens­wer­tes.

Dr. Chris­top Quarch

„Die Scheu vor der Ver­ant­wor­tung ist ei­ne Krank­heit un­se­rer Zeit.“ Mit die­ser pro­vo­kan­ten The­se be­gann die phi­lo­so­phi­sche Soi­rée. Es han­delt sich nicht et­wa um ei­ne ak­tu­el­le The­se, son­dern ist be­reits über 100 Jah­re alt und stammt von Ot­to von Bis­marck.

Wei­ter führ­te er aus: Oft­mals wer­de von Po­li­ti­kern oder Ma­na­gern schnell die so­ge­nann­te Ver­ant­wor­tung für ei­nen Skan­dal über­nom­men, und doch müss­ten wir spä­ter fests­tel­len, dass sich nichts ver­än­dert hat oder dass kei­ne Kon­se­quen­zen fol­gen. Ge­nü­gend Bei­spie­le gibt es, in der die Ver­ant­wor­tung eben doch nicht über­nom­men wur­de oder über­nom­men wer­den konn­te.

„Ver­ant­wor­tung ist die Zu­stän­dig­keit von Per­so­nen für über­nom­me­ne Auf­ga­ben vor ei­ner In­stanz“, so Quarch. In dem Be­griff „Ver­ant­wor­tung“ ste­cke das Wort „Ant­wort“ und aus die­sem Ver­ständ­nis be­zeich­net Quarch Ver­ant­wor­tung als den Vor­gang, mit dem ei­ge­nen Tun und Las­sen, mit der ei­ge­nen Per­son Ant­wort zu ge­ben auf et­was, das mir ge­sagt ist und da­für mit mei­ner Per­son ein­zu­ste­hen. Als ver­ant­wort­li­che Per­son ver­kör­pert man dem­nach selbst die Ant­wort. „Ver­ant­wor­tung wird über­nom­men, ge­tra­gen und über­ge­ben. In ei­ni­gen in­di­ge­nen Völ­kern wird Ver­ant­wor­tung so­gar als per­sön­li­ches Ant­wort­ge­ben auf ge­schenk­te Ga­ben wie zum Bei­spiel das Le­ben oder die Er­de emp­fun­den. Ver­ant­wor­tung ist gut, weil sie die Vor­aus­set­zung für Po­ten­zia­lent­fal­tung, Le­ben­dig­keit und er­füll­tes Mensch­sein schafft. Ver­ant­wor­tung er­mög­licht Le­ben­dig­keit, Zu­kunft, Mit­ein­an­der.“

Dr. Brit­ta von Mo­lo als Vor­sit­zen­de des För­der­ver­eins Psy­chia­trie be­dank­te sich bei Christ­oph Quarch. Im An­schluss wur­den selbst­ge­fer­tig­te Pro­duk­te der Vo­gels­ber­ger Le­bens­räu­me ver­kauft. Der För­der­ver­ein Psy­chia­trie Vo­gels­berg be­müht sich, psy­chi­sche Er­kran­kun­gen in den Fo­kus der öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung zu rü­cken und un­ter­stützt Er­krank­te.