Mit Herzschrittmacher ins MRT

Sichere Untersuchungen für Herzpatienten am Krankenhaus Eichhof dank Kooperation zwischen Innere Medizin/Kardiologie und Radiologie.

Hochqualifiziertes Fachpersonal überwacht die MRT-Patienten am Krankenhaus Eichhof (von rechts): Chefarzt Innere Medizin/Kardiologie Tobias Plücker, die medizinische Fachangestellte Manuela Hahn, Facharzt Radiologie Dr. Oliver Klein und die Leitende MTRA Karin Sehn.

Die Zusammenarbeit zwischen Herzspezialisten und Radiologen macht es möglich. Seitdem das neue, offene MRT im Krankenhaus Eichhof in Lauterbach in Betrieb ist, bieten die beiden Fachabteilungen eine besondere Leistung an: Die MRT-Untersuchung von Patienten mit Herzschrittmachern (SM) oder implantierten Defibrillatoren (ICD).

Die Kernspintomographie ist in vielen Fällen ein fundamentaler Baustein in der Diagnostik von Erkrankungen. Für Menschen mit Schrittmacher oder ICD waren solche Untersuchungen lange Zeit keine Option, da die Gefahr lebensbedrohlicher Zwischenfälle bei der Durchführung als zu groß eingeschätzt wurde.

Neuerungen in der Technik dieser sogenannten Devices machen die Geräte MRT-tauglich, erklärt der Chefarzt Innere/Medizin Tobias Plücker. Durch den Ausbau der Radiologie am Krankenhaus Eichhof und der direkten örtlichen Nachbarschaft zum Herzkatheterlabor haben Chefarzt Plücker und sein Kollege Radiologie-Facharzt Dr. Oliver Klein eine enge Kooperation geschlossen, um die Abläufe solcher Untersuchungen nachdrücklicher und abgestimmter durchführen zu können.

„Bei Schrittmacher- oder ICD-Patienten muss wirklich alles stimmen. Hier kann kein Gerät von einem Hersteller mit dem Kabel eines anderen Produzenten kombiniert werden, selbst wenn beiden die MRT-Fähigkeit bescheinigt wird“, erklärt Tobias Plücker die grundsätzliche Problematik. Abgesehen davon, dass es einer Zertifizierung bedarf, müssen MRT-taugliche Geräte während der Untersuchung so umprogrammiert werden, dass sie nicht ausfallen oder sich durch den Fremdeinfluss des MRTs irritieren lassen, erläutert der Chefarzt.

Empfohlen sei die Deaktivierung der Geräte, die Patienten müssten während der Untersuchung daher engmaschig überwacht werden, mit ausführlichem Monitoring und entsprechendem Notfallpersonal, um das Risiko einer Komplikation so gering wie möglich zu halten.

Angebot für Fremdpatienten

Es sei nicht selbstverständlich, dass ein Krankenhaus ein solches Angebot machen könne. Viele Patienten mit Devices hätten Schwierigkeiten, einen Termin zu bekommen, weil der Aufwand sehr groß sei. „Bei hauseigenen ambulanten oder stationären Patienten, die bei uns versorgt werden, ist das einfacher, weil wir deren Krankengeschichte kennen. Wir sind jetzt aber auch in die Lage versetzt, Fremdpatienten mit Schrittmacher oder Defi einen Termin für eine Untersuchung zu offerieren, da wir am Krankenhaus Eichhof neben den technischen Voraussetzungen über erfahrene Fachärzte verfügen“, informiert der Kardiologe.

Durch die Zusammenarbeit mit der RadMedics Gruppe, die ein Radiologienetzwerk in Mittel- und Nordhessen aufgebaut hat und das MRT am Krankenhaus Eichhof betreibt, und der Aufstockung von qualifiziertem Fachpersonal konnte auch in diesem sensiblen Bereich eine Versorgungslücke geschlossen werden, so Chefarzt Plücker.

„Die Organisation ist sehr eingespielt und hat sich hervorragend etabliert. Die enge, nicht nur räumliche Verbindung mit den Kardiologen hier am Haus macht dieses herausfordernde, interdisziplinäre Management möglich“, teilt der zuständige Facharzt für Radiologie Dr. Oliver Klein die ersten Erfahrungen mit. Er empfiehlt Fremdpatienten, sich mit der zentralen Terminvergabe von RadMedics in Fritzlar in Verbindung zu setzen und dort für Lauterbach einen Termin zu vereinbaren.

Nach Absprache mit der Inneren Medizin/Kardiologie am Krankenhaus Eichhof erhalten Personen mit Schrittmachern und Defis entsprechende Termine, „denn natürlich müssen wir zunächst eine sorgfältige kardiologische Untersuchung vorschalten, um sicherzustellen, dass Patient und eingesetzte Technik sich für eine Untersuchung im MRT eignen. Damit schließen wir unnötige Komplikationen aus“, fügt der Chefarzt der Kardiologie Tobias Plücker an.