Krankenhaus Eichhof spendet Betten für rumänische Seniorenheime

DRK Kreisverbände Lauterbach und Hünfeld transportieren Hilfsgüter nach Focsani.

Josef Matthuschowitz, Thomas Müller sowie weitere Vertreter des Krankenhauses Eichhof freuen sich über die Weiternutzung der ausrangierten Betten.

40 Betten hat das Krankenhaus Eichhof dem DRK Kreisverband Lauterbach gespendet. Die ausrangierten Betten der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie, die noch voll funktionsfähig sind, für die aber keine Ersatzteile mehr nachbestellt werden können, werden von den für Auslandsangelegenheiten zuständigen DRK-Kreisverbänden Lauterbach und Hünfeld nach und nach ins rumänische Focsani transportiert. Dort werden sie in verschiedenen Seniorenheimen noch gute Dienste tun.

Thomas Müller, Vorsitzender des DRK Schlitz, ein Unterverein des Kreisverbandes Lauterbach, kooperiert schon seit 2001 mit dem Krankenhaus Eichhof in Lauterbach. „Wir sind dem Eichhof sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit haben, die Pflegebetten für Bedürftige in Rumänien zu nutzen", sagt Müller, der von Schlitz aus gemeinsam mit dem Kreisverband Hünfeld die Einsätze für das Ausland organisiert.

Stühle, Tische, ganze OP-Ausstattungen, Nachttische und Betten wurden von den ehrenamtlichen Helfern bereits auf die fast 1.900 km lange Strecke zwischen Vogelsberg und Ostrumänien gebracht. „Die beiden Kreisverbände des DRK finanzieren die Touren aus eigenen Mitteln und führen die Fahrten ausschließlich mit ehrenamtlichen Helfern durch", erklärt Thomas Müller den Ablauf. „Mit ein bis zwei LKW-Zügen und einem Kleinfahrzeug mit Anhänger gehen wir jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst im Konvoi auf die 36 Stunden dauernde Fahrt nach Focsani", ergänzt sein Kollege Josef Matthuschowitz, Mitglied im DRK und ebenfalls ehrenamtlicher Helfer. Dabei werden innerhalb Rumäniens nahezu 600 km zurückgelegt und auch die Karpaten mit ihren gut 2.000 Höhenmetern überquert. „Das ist im Winter nicht machbar, auch wenn wir mit drei LKW-Fahrern pro Zug und je nach Konvoigröße mit weiteren drei bis vier Begleitern unterwegs sind", sagt Müller.

Auf der letzten Fahrt im September dieses Jahres wurden bereits 12 der insgesamt 40 Betten direkt in die Senioreneinrichtungen nach Rumänien gebracht. „Es ist uns wichtig, dass wir die Hilfsgüter direkt an Ort und Stelle abliefern, damit wir auch sicherstellen, dass es dort ankommt, wo die Unterstützung am dringendsten gebraucht wird", erläutert Thomas Müller. Bevor die Betten nach Rumänien transportiert wurden, seien sie auf technische Mängel hin untersucht und Schäden repariert worden.

„Wir freuen uns, das DRK und sein Auslandsengagement unterstützen zu können. Neben der weiteren Nutzung der Gebrauchsgegenstände aus unserem Haus ist es sinnvoll, die Betten nicht entsorgen zu müssen, zumal diese an anderer Stelle dringend gebraucht werden", wie Eichhof Pflegedirektorin Kathrin Kleine hervorhebt. Da sich die Standards im medizinischen Bereich in Deutschland permanent ändern, kann auf diese Weise gut erhaltene Ausstattung einer Zweitverwertung zugeführt werden. „Das hilft Menschen in Not und hat außerdem einen nachhaltigen Effekt. Auch habe das Krankenhaus Eichhof schon Sterilisationskästen aus Alu weitergegeben, da diese in Deutschland nicht mehr erlaubt sind und in Rumänien für den Transport von Lebensmitteln genutzt werden, so die Pflegedirektorin.

Für das DRK ist die Kooperation mit dem Krankenhaus Eichhof ein wichtiger Baustein im Auslandsengagement. „Bedingt durch die Versorgung ankommender Flüchtlinge in Deutschland gebe es in materieller Hinsicht kaum noch Unterstützung von staatlicher Seite. Daher sind wir mehr denn je auf das Engagement privater Spender angewiesen", erläutert Thomas Müller, der gemeinsam mit seinen ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen schon jetzt die Frühjahrstour nach Focsani plant, bei der unter anderem auch die restlichen 28 Betten nach Ostrumänien transportiert werden.