Herzschwäche und deren Auswirkungen verständlich erklärt

Kardiologen am Krankenhaus Eichhof informierten über Herzinsuffizienz und die damit verbundene Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.

Die Zuhörer honorierten die Verständlichkeit der Ausführungen und die Expertise der beiden Chefärzte Innere Medizin/Kardiologie Tobias Plücker und Serguei Korboukov (v. l.).

Großes Interesse herrschte beim letzten Vortrag von „Treffpunkt Gesundheit“ vor der Sommerpause am Eichhof in Lauterbach. Die beiden Chefärzte Innere Medizin/Kardiologie Tobias Plücker und Serguei Korboukov gaben Auskunft über Ursachen und Auswirkungen der Herzschwäche und referierten über Therapieansätze und neue Behandlungsmethoden.

Sie ist eine der häufigsten Todesursachen und der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen. Wenn die Pumpfunktion des Herzmuskels nicht mehr ausreicht, die Organe mit Blut zu versorgen, besteht eine Herzschwäche. Dabei unterscheiden die Mediziner zwischen akuter und chronischer Herzinsuffizienz. „Bei akutem Auftreten, meist innerhalb von Minuten oder Stunden, kann das dramatische Folgen haben. Hier ist sofort der Notarzt zu rufen, denn jede Minute zählt“, warnte Tobias Plücker. Dabei ist Herzschwäche keine eigenständige Erkrankung. Sie ist vielmehr das Endstadium zahlreicher Herzkrankheiten, zu denen auch die koronare Herzkrankheit, Entzündungen, Herzrhythmusstörungen oder Herzklappenerkrankungen gehören, so der Facharzt für Innere Medizin. Im Gegensatz dazu entstehe die chronische Herzschwäche schleichend über Monate und Jahre.

Wie die Einstufung der unter Experten genannten NYHA-Klasse, einem Schema von eins bis vier zur Einteilung der Herzinsuffizienz in bestimmten Stadien nach klar definierten Kriterien, zu bewerten ist, erläuterte Serguei Korboukov. Der erfahrene Mediziner verwies darauf, dass zunächst eine vollständige diagnostische Abklärung erfolgen müsse, ehe therapeutische Maßnahmen, Medikamentengaben oder Operationen erfolgen könnten. „Wir haben hier in der Kardiologie eine Vielzahl an Möglichkeiten zur genauen Diagnose unter Einbeziehung unterschiedlichster EKG- und Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, mittels Laborwerten oder durch Herzkatheteruntersuchungen“, erklärte Korboukov den zahlreich erschienenen Interessierten. Gemeinsam mit seinem Chefarzt-Kollegen gab er einen Überblick über die Möglichkeiten, die den Fachleuten am Krankenhaus Eichhof zur Verfügung stehen. Ob eine Verdickung des Herzmuskels oder ein abgelaufener Herzinfarkt als Ursache in Frage kommen, zeige sich dabei ebenso, wie Hinweise auf Klappendefekte oder Vergrößerungen der Herzhöhlen, so die Mediziner.

Welche Faktoren eine akute Herzschwäche auslösen können, wie die Symptome sind, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Verschlechterung einzudämmen, all das beleuchteten die beiden Referenten in ihrem Vortrag. Dabei wiesen sie eindringlich auf eine konsequente Veränderung des Lebensstils mit gesunder Ernährung, ohne Alkohol und Rauchen, sowie dem Abbau von Übergewicht hin.

Ein weiterer Schwerpunkt im Vortrag waren die Therapiemöglichkeiten durch Operation, Intervention mit Kathetertechnik, der Einsatz von Medikamenten, wie Betablocker oder die Therapie durch Schrittmacher. Welche Wirkung ein Defibrillator hat und welche Patienten dafür in Frage kommen, kam ebenso zur Sprache, wie der vorübergehende Einsatz eines Kunstherzens. 

Die beiden Chefärzte widmeten sich auch dem Thema „Herztransplantation“, zeigten auf, welche Lebensqualität nach dem Einsatz eines Spenderorgans wieder möglich ist und gingen darauf ein, welche Verhaltensweisen notwendig sind, um wieder Aktivitäten, wie verreisen, mit dem Flugzeug fliegen oder Sport treiben, vornehmen zu können.