Eigenes Blockheizkraftwerk versorgt Krankenhaus Eichhof

Deutlich reduzierte Kosten für Strom und Wärme.

Gut 1,2 Mio. Kilowattstunden sollen durch das neue Blockheizkraftwerk am Krankenhaus Eichhof jährlich produziert werden. Von der Technologie sind Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann (links) und Bereichsleiter Technik Markus Blumenfelder restlos überzeugt.

LAUTERBACH. Das Krankenhaus Eichhof hat für 255.000 EUR ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb genommen. Mit dieser Investition wollen die Verantwortlichen um Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann die hohen Fixkosten für Strom und Wärme im notwendigen 24-Stunden-Betrieb deutlich reduzieren.

Seit September wird der Verbrauch von elektrischer und thermischer Energie zu mehr als 40 Prozent mit einem neuen, umweltfreundlichen und effizienten BHKW abgedeckt. Dank der Kraft-Wärme-Kopplung, bei der ein Motor Strom über einen Generator erzeugt, kann das Krankenhaus den so produzierten Strom ins hauseigene Netz einspeisen und die entstandene Abwärme wird für Warmwasser und Heizungswärme genutzt.

„Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Erzeugung von Strom. Mit 240 kW elektrischer Energie pro Stunde sind wir nun in der Lage, aufs Jahr gesehen nahezu die Hälfte unseres Verbrauchs selbst abzudecken“, erklärt der Bereichsleiter Technik am Krankenhaus Eichhof Markus Blumenfelder. Als Sekundärprodukt entstünden 380 kW Abwärme pro Stunde. Damit könnte zum Beispiel über die Sommermonate der gesamte Warmwasserbedarf für alle Gebäude am Lauterbacher Krankenhaus vorgehalten werden.

Mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von mehr als 3 Mio. Kilowattstunden allein für Strom musste laut Dr. Christof Erdmann ein innovatives Energiekonzept her. „Die Kosten für Energie steigen unaufhörlich. Mit der neuen EEG-Umlage ab 2020 drohen deutlich höhere Preise für Strom, Öl und Gas. Wir haben das vorhandene durch ein innovatives Energiekonzept abgelöst, das ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten gleichermaßen gerecht wird“, erläutert der Verwaltungsdirektor. Neben der jährlichen Kostenreduktion sei vor allem auch die Einsparung von CO2-Emission ein wichtiges Argument für die Investition in ein autonomes Blockheizkraftwerk. Die höheren Kosten für Gas als Antriebsquelle für den Motor würden durch die entstandenen Einsparungen wieder aufgefangen. Dr. Erdmann rechnet nach den derzeitigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit einer Amortisierung der Investition für das BHKW nach etwa vier Jahren.

Lieferant der modernen Zukunftstechnologie ist die Firma Viessmann in Allendorf (Eder), die notwendigen Installationen für Elektrik, Sanitär- und Heizungstechnik wurden durch regionale Handwerker durchgeführt, sagt Markus Blumenfelder. Er sieht das Krankenhaus Eichhof gut aufgestellt. „Unser Energiekonzept basiert auf einem Mix aus Allgemeinversorgung durch einen öffentlichen Energieversorger, einem Notstromaggregat zur Sicherstellung der Funktionsbereitschaft im OP, der Intensivstation sowie der Notaufnahme und jetzt mit dem eigenen Blockheizkraftwerk“, beschreibt der Bereichsleiter Technik die dahinterliegende Konzeption und ist überzeugt, dass der Einsatz innovativer Technologien ein Schritt in die richtige Richtung im Bereich der Energieeinsparung ist.