Bunte Farben für die Seele

Nachwuchskräfte initiieren Farbprojekt für Patientenzimmer in der Hauptabteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus Eichhof.

Mit großer Begeisterung arbeiten Mitarbeiterinnen und Patienten der Station P2 der Hauptabteilung Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus Eichhof an der Umgestaltung der Zimmer (von links): Bereichsleitung Maxine-Michele Wink, Initiatorin Laura Spengler, Ergotherapeutin Kira Bittner und Azubi Annika Repp.

Es wird bunt in den Zimmern der psychiatrischen Station P2 am Krankenhaus Eichhof: Mit neuer Farbgestaltung in gelb, blau, orange oder grün verschönern derzeit Patienten und Mitarbeiter*innen gemeinsam die Zimmer am Lauterbacher Krankenhaus. Entstanden ist das Projekt aus der Initiative dreier junger Nachwuchskräfte aus Pflege und Ergotherapie.

Weiß ist die vorherrschende Farbe in Patientenzimmern in vielen Krankenhäusern. Welch beruhigende Wirkung jedoch ein farblich gestaltetes Umfeld insbesondere für Menschen mit psychischen Erkrankungen haben kann, hat die junge Gesundheits- und Krankenpflegerin Laura Spengler in ihrer Fachweiterbildung „Psychiatrie“ erfahren. Diese Erkenntnis hat sie gemeinsam mit Ergotherapeutin Kira Bittner und der Auszubildenden Annika Repp in ein Vorhaben einfließen lassen, bei dem die drei jungen Frauen die Zimmer der Station P2 mit fröhlichen und bunten Farben verschönern. Das Besondere: Patienten, die möchten, können bei der Arbeit mithelfen.

„Wir unterstützen das Projekt mit großer Begeisterung“, sagt Maxine-Michele Wink, Bereichsleitung Psychiatrie am Eichhof, schließlich sei eine Milieuverbesserung für Menschen mit psychischen Erkrankungen oft ein probates Mittel, um Fortschritte im Genesungsprozess zu erreichen. Längst hätten Ärzte und Pflegepersonal festgestellt, dass die Mitarbeit den Patienten neue Perspektiven im Alltag biete und bei vielen zur Beruhigung beitrage. „Natürlich hängt vieles auch von der Tagesform ab, aber die Beziehung zu den uns anvertrauten Menschen und selbst die Gespräche mit Patienten, die sich nicht an der Umsetzung beteiligen, sind deutlich positiver geworden“, bestätigt auch Initiatorin Laura Spengler. Es sei schon eine besondere Erfahrung, wie Gruppenaktivität mit psychisch Erkrankten eine derartige Verbesserung in der Interaktion darstelle. Für sie sei es ein lebendiges Beispiel dafür, dass sich theoretisch Erlerntes - richtig umgesetzt - in der Praxis bewahrheite, bestätigt die Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Damit das Projekt in die Tat umgesetzt werden konnte, haben Verwaltung, Ärzteschaft und vor allem das Pflegepersonal das junge Organisationsteam bei der Umsetzung der Aktion tatkräftig unterstützt. Während der Einkauf am Krankenhaus Eichhof gesundheitsunbedenkliche und langlebige Farben und weiteres Material zur Verfügung gestellt hat, wurden auf der fakultativ geschlossenen Station die Dienstpläne so überarbeitet, dass die drei Nachwuchskräfte mit tatkräftiger Hilfe der Patienten ihre Malerarbeiten innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen fertigstellen können.

„Jedes Zimmer ist farblich anders gestaltet. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, dass die Patienten selbst Hand anlegen können, mit ihrem Werk zufrieden sind und sich nachher in den umgestalteten Räumlichkeiten wohlfühlen“, erklärt Kira Bittner. Und auch, wenn die Umsetzung nicht immer ganz so einfach sei, wie noch bei der Planung angenommen, „macht die Aktion allen Beteiligten Spaß“, sagt Azubi Annika Repp, die keine Sekunde bereut hat, sich den beiden Kolleginnen angeschlossen zu haben, auch wenn es einen zusätzlichen Aufwand im Arbeitsalltag bedeutete.

Mit Pinsel, Schwamm und anderen Malerutensilien werden die elf Zimmer auf der psychiatrischen Station P2 derzeit in moderner Wischtechnik neu gestaltet. Gemischt wird selbst und außer in rot und schwarz kann sich jeder Hobbymaler farblich verwirklichen.
Profitieren werden auch zukünftige Patienten, die hier bunte und fröhlich gestaltete Räume vorfinden.