Auf die berufliche Zukunft optimal vorbereitet

Krankenpflege-Schüler leiten Station am Krankenhaus Eichhof.

Gemeinsam mit den Krankenpflegeschülern zogen Pflegedirektorin Kathrin Kleine, Chefarzt Dr. Rüdiger Hilfenhaus (beide Krankenhaus Eichhof), Pflegedienstleiterin Nelli Isinger (Kreiskrankenhaus Alsfeld), Schulleiterin Christiane Schwind und Kurslehrer Carsten Reitz (Mitte von links) ein positives Resümee des Projektes, das als fester Bestandteil in die Ausbildung aufgenommen werden soll.

Mit einem Pilotprojekt für Nachwuchskräfte in der Krankenpflege sind das Krankenhaus Eichhof Lauterbach, das Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld und die Krankenpflegeschule des Vogelsbergkreises in das neue Jahr gestartet. Unter dem Motto „Erfahrung durch Verantwortung" haben die Schülerinnen und Schüler des Examenskurses 2017 für eine Woche die Leitung der Station 2 B am Eichhof übernommen und die Versorgung der Patienten sichergestellt.

Entstanden ist das Projekt auf Betreiben von Kurslehrer Carsten Reitz, der gemeinsam mit seinen Kollegen an der Krankenpflegeschule des Vogelsbergkreis die Schüler im 3. Ausbildungsjahr aus Lauterbach und Alsfeld auf die komplexe Arbeit im Pflegeberuf an unterschiedlichen Standorten und aus unterschiedlicher Sichtweise vorbereiten wollte.

In einzelnen Projektgruppen wurden die Nachwuchskräfte nahezu vier Monate lang auf die Übernahme der Leitung einer Station vorbereitet. Neben der Übersicht zu den Krankheitsbildern auf der Station der Allgemein- und Viszeralchirurgie wurden die Schüler auf die Erstellung von Dienstplänen, die Verteilung der Aufgaben sowie auf die Koordination eines Stationsablaufs geschult. Begleitend wurden entsprechende Dokumentationen angefertigt, die Planung und Betreuung der Ausbildung ausgearbeitet sowie Informationsmaterial erstellt. Eine Befragung der Patienten und die Auswertung des Projektes sollen der Reflexion dienen, um die positiven Aspekte hervorzuheben und Erkenntnisse zu erarbeiten.

„Unser Ziel war es, die Auszubildenden davon zu überzeugen, dass sie sich nicht scheuen müssen, die pflegerische Verantwortung für Patienten zu übernehmen und sie optimal zu betreuen", erklärt Carsten Reitz und fügt hinzu: „Das ist gelungen und als vorläufiges Fazit bleibt die Erkenntnis der Teilnehmer, dass sie ihren zukünftigen Aufgaben gewachsen und optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet sind.“ Einen weiteren positiven Effekt sieht Schulleiterin Christiane Schwind: „Das Projekt hat das Verantwortungsbewusstsein der Schüler erweitert, ihr Organisationsvermögen geschult und den Teamgeist gefördert. All diese Faktoren spielen im Pflegeberuf eine wesentliche Rolle."

Auch die Pflegedirektorin am Krankenhaus Eichhof Kathrin Kleine und ihr Pendant vom Kreiskrankenhaus Alsfeld, Pflegedienstleiterin Nelli Isinger, sind sehr zufrieden mit dem Projekt. „Wir haben die Schüler in Kleingruppen betreut. Gemeinsam mit dem ausgebildeten Personal auf der Station, den Praxisanleiterinnen Stephanie Kern und Sabrina Habicht aus unserem Haus und Manuela Stumpf vom Kreiskrankenhaus Alsfeld sowie den Lehrern der Krankenpflegeschule haben die Schülerinnen und Schüler einen wirklich guten Job gemacht. Und für die Patienten war das eine Woche mit doppelter Betreuung", sagt Kathrin Kleine. „Wir haben im Kreiskrankenhaus Alsfeld bereits eine Station ausgewählt, dem Chefarzt, den Mitarbeitern in der Pflege das Projekt vorgestellt und freuen uns darauf, die Kooperation nächstes Jahr in Alsfeld fortzusetzen", ergänzt Isinger.

Der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie Dr. Rüdiger Hilfenhaus konnte ebenfalls ein positives Fazit ziehen: „Die Abläufe waren hervorragend ausgearbeitet und die jungen Pflegekräfte hoch motiviert. Die stationären Patienten kamen in den Genuss einer besonders intensiven Versorgung.“

Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler war die Woche ebenso aufregend wie erkenntnisreich. „Der interne Austausch, das Erlernen neuer Strukturen und die gemeinsame Arbeit mit erfahrenen Kollegen aus einem anderen Krankenhaus hat uns allen viele positive Erfahrungen gebracht. Wir werden jetzt gemeinsam das Erlebte aufarbeiten, Parallelen ziehen und die gewonnenen Erkenntnisse für unsere Ausbildung und die Arbeit auf der Station nutzen", sagt Krankenpflegeschülerin Teresa stellvertretend für alle Auszubildenden.