Eichhof-Damen und Herren suchen Verstärkung

Ehrenamtliche Krankenhaushelfer leisten wichtige Dienste für Patienten.

Gemeinsam für andere da sein: So lautet das Credo der acht Frauen und einem Mann, die Patienten am Lauterbacher Krankenhaus besuchen und Stationsdienste leisten, bei der Andachtsbegleitung behilflich sind oder für ein Gespräch Zeit finden. Durch das Ausscheiden betagter Mitglieder werden neue Ehrenamtliche gesucht.

„Es ist jedem freigestellt, wie oft sie oder er kommen möchte. Dennoch sollte es schon ziemlich regelmäßig sein“, wirbt die Leiterin des Teams Dorothea Koch um neue Kollegen. „Wir helfen gerne und bekommen so viel Wertschätzung für unsere Dienste von den Menschen, die durch den Aufenthalt im Krankenhaus nicht nur physisch, sondern auch psychisch in einem Ausnahmezustand sind“, sagt Koch, die gemeinsam mit Annette Günther zu den Dienstältesten im Team gehört. Seit mehr als 17 Jahren wirkt die engagierte Ehrenamtlerin am Eichhof und ist zusätzlich Mitglied im Arbeitskreis „Kultur im Krankenhaus“ (KiK).

Unverzichtbar im Stationsalltag

Die Eichhof-Damen und Herren gehören zum Alltag auf den Stationen wie Ärzte und Pfleger. Gut erkennbar sind sie in ihrem grünen Outfit immer ansprechbar. Speziell für Patienten, deren Angehörige beispielsweise weit weg wohnen und nicht oft zu Besuch kommen können, sind sie unverzichtbarer Bestandteil für Austausch und Unterstützung. „Wir kommen ein- bis zweimal pro Woche und gehen durch alle Zimmer, holen Patienten ab, die nicht laufen können, helfen beim Anziehen, wenn sie in die Kapelle zur Andacht gehen oder stehen einfach für ein Gespräch zur Verfügung“, beschreibt Annette Günther die Aufgaben. Nach anfänglichem Stationsdienst hat sie sich nun ganz für die Andachtsbegleitung entschieden, da sie aus eigenem Bekunden Kraft aus dem Gottesdienst schöpft und der Kontakt zu den Patienten ihren Tag abrundet. Es sei wichtig, sich sozial zu engagieren und so ein Stück weit die freie Zeit im alltäglichen Leben sinnvoll zu nutzen. 

Den gleichen Antrieb haben auch Judith Schrimpf-Waldeck und ihr Ehemann Albrecht Schrimpf. Dieser hatte bereits vor seinem aktiven Dienst am Eichhof seine Ehefrau bei der Erstellung von Statistiken und anderen verwaltungstechnischen Aufgaben unterstützt und war so schon einige Jahre nach eigenem Bekunden „...am Thema dran“. „Die Erfahrung, sich mit kranken oder sterbenden Menschen auseinanderzusetzen, zeigt uns jedes Mal erneut, wie wichtig es ist, mit jemandem reden zu können oder für einen anderen außerhalb von Familie und Freunden da zu sein“, sagt das Ehepaar aus Blitzenrod, das sich den Ruhestand ohne diese verantwortungsvolle Aufgabe kaum mehr vorstellen kann. „Wir freuen uns darauf, die Patienten zu unterstützen, akzeptieren aber auch, wenn Menschen nicht mit uns ins Gespräch kommen wollen. Es braucht Fingerspitzengefühl und Empathie, um richtig zu reagieren“, beschreibt Judith Schrimpf-Waldeck die Vorgehensweise.

Das bestätigen auch Irene Hansel und Anni Krause aus Wartenberg-Angersbach. Während Irene viele Jahre im ambulanten Pflegedienst der Eichhof-Stiftung gearbeitet hat und sich auch im Krankenhaus gut auskennt, hat ihre Freundin Anni erst durch sie Kontakt zu den Eichhof-Damen und Herren bekommen. Beide engagieren sich auch in ihrem Heimatort ehrenamtlich. Da wird schon mal bei der betagten Nachbarin ausgeholfen, wenn der Ehemann im Krankenhaus ist. „Ich treffe immer wieder mal Patienten auf den Stationen, die ich in der ambulanten Pflege als Klienten betreut habe. Das freut mich sehr und hat schon viele nette Gespräche in Gang gebracht“, weiß Irene Hansel zu berichten. Wichtig sei es, nicht von eigenen Erlebnissen zu berichten, sondern den Gesprächspartnern als Ventil für ihre Sorgen und Wünsche zu dienen.

Für Erika Heine, die sich ebenfalls ganz aktuell den Eichhof-Damen und Herren angeschlossen hat, ist die ehrenamtliche Mitarbeit eine Herzensangelegenheit. „Ich komme als Quereinsteigerin aus der Pflege und habe jetzt im Ruhestand die Möglichkeit, mich um Menschen im Krankenhaus zu kümmern, Zeit mit ihnen zu verbringen und auch für Gespräche bereit zu stehen“, sagt das neue Teammitglied aus Grebenhain-Ilbeshausen. Sie habe die ehrenamtliche Tätigkeit am Eichhof schon immer sehr wertgeschätzt und sich während ihres aktiven Berufslebens bereits zur Mitarbeit entschlossen.

Neu im Team ist Gabriela Granitza, deren Mutter bereits bei den Eichhof-Damen tätig war. Die 62-Jährige ist im Vorruhestand und kennt ehrenamtlichen Einsatz bereits von der Mitarbeit bei der Tafel. Kommunikation und der Umgang mit Menschen sei ihr Leben lang ein bedeutender Faktor im Berufsleben gewesen, daher freue sie sich darauf, sich mit Patienten auszutauschen und zuzuhören.

Für Isabel Schmidt, die ebenfalls neu zu den Eichhof-Damen und Herren hinzugekommen ist, ist Unterstützung und Hilfe für andere ein Fundament ihrer Lebenseinstellung. Durch die Behinderung ihrer Tochter, die mittlerweile bei antonius ein eigenständiges Leben führt, habe sie viele Kontakte zu Familien, die ebenfalls einen Angehörigen mit Handicap haben. Sie habe selbst erfahren, wie wichtig Gespräche seien, um herausfordernde Lebensphasen gut zu überstehen, daher habe sie sich entschlossen, diese Erfahrung weiterzugeben und ehrenamtlich am Eichhof mitzuarbeiten.

Gegenseitige Unterstützung

Doch die erfüllende Tätigkeit im Ehrenamt hat auch Schattenseiten. „Eine Krankheit verbunden mit einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus ist für viele Menschen ein bedeutender Einschnitt in ihrem Leben. Die veränderte Umgebung, Distanz zur Familie, vor allem aber die Erkrankung selbst machen Menschen unsicher und traurig. In schweren Fällen ist der Gedanke an den Tod allgegenwärtig“, wissen die Eichhof-Damen und Herren aus Erfahrung. „Mit unterschiedlichen Situationen umzugehen, schwer kranken Patienten beizustehen oder einsamen Menschen zuzuhören ist natürlich auch belastend und jeder von uns hat seine eigene Art damit umzugehen“, sagen die Teammitglieder. 

Alle verbindet ein enger Austausch im Gespräch untereinander und gegenseitige Unterstützung in schwierigen Situationen. „Die Wertschätzung, der Dank und oftmals auch gute Wünsche für uns selbst, die Patienten uns entgegenbringen, machen uns jedes Mal klar, dass wir eine wichtige Aufgabe erfüllen und wir möchten das nicht missen“, wirbt Dorothea Koch um neue Mitglieder, da auch die Eichhof-Damen und Herren nicht von Nachwuchssorgen verschont sind.

Kontakt

Interessenten wenden sich an:
Marika Heiß
Tel.: 06641 82-245
heiss(at)eichhof-online.de