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Operation vor renommiertem Fachpublikum
Lauterbacher Chefarzt Hilfenhaus präsentierte in Berlin vor 300 Chirurgen neue Operationstechnik bei Narbenbrüchen der Bauchwand.
Für eine weiterentwickelte Operationstechnik in der Behandlung von Brüchen in der Bauchwand hat der Lauterbacher Chirurgie-Chefarzt Dr. Rüdiger Hilfenhaus bei einem Fachkongress in Berlin viel Beifall erhalten.
Hilfenhaus näht den Bruch nicht, sondern setzt ein Kunststoffnetz ein, dessen Komponenten wie ein Klettverschluss mit der Bauchdecke ineinandergreifen und sich später zum Teil auflösen. Weil Brüche in der Bauchwand (medizinisch: Hernien) so häufig sind, befasst sich seit Jahren ein internationaler Kongress in Berlin - die sogenannten Berliner Hernientage - mit neuen Behandlungsmethoden.
Dr. Rüdiger Hilfenhaus, der Lauterbacher Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hatte dabei die Möglichkeit, seine am Medizinischen Zentrum Eichhof weiterentwickelte Methode bei der Operation eines Patienten mit mehrfachen Narbenbrüchen zu demonstrieren. Von den Veranstaltern wurde er eingeladen, seine innovative Operationsmethode zahlreichen international renommierten Professoren und Medizinern aus dem In- und Ausland vorzustellen.
300 Kongressteilnehmer schauten ihm dabei über die Schulter - nur im übertragenen Sinne, denn der Eingriff wurde mit mehreren Kameras beobachtet und live in das Kongresszentrum übertragen. Die Teilnehmer konnten dabei während der laufenden Operation das angewendete Verfahren mit Dr. Hilfenhaus besprechen. „Mit den weltweit führenden Köpfen der Hernien-Chirurgie auf einer Augenhöhe zu diskutieren, das hat Spaß gemacht", sagt Hilfenhaus.
Bereits seit ca. 2 Jahren ist es üblich, zur Behebung des Leistenbruches das neuartige Kunststoffnetz mit Klettmechanismus (Progrip) einzusetzen. Hilfenhaus, der als einer der ersten Operateure dieses Netz verwendet hat, hat seine dabei erworbenen Erfahrungen genutzt, um Progrip nun auch bei anderen Bruch-Operationen in der Bauchwand einzusetzen, etwa bei Nabel- und Narben-Brüchen. Die Vorteile dieser Methode sind neben der Verringerung postoperativer Schmerzen die Verkürzung der OP-Zeit um ca. 20 Minuten und durch Vermeidung von Nähten ein geringeres Risiko, den Darm zu verletzen.
Hilfenhaus hat mit den neuen Einsatzfeldern für die genannten Netze so viel Erfahrung gesammelt, dass er bereits in Absprache mit dem Hersteller Verfahrensanweisungen für Chirurgen erstellt und sich künftig zur Verfügung stellt, interessierten Fachkollegen die praktische Anwendung im Eichhof-Krankenhaus zu demonstrieren.

