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Moderne Medizin kann das Osteoporose-Risiko senken



Eichhof-Krankenhaus schafft kreisweit das erste Gerät zur präzisen Knochendichte-Messung an.

Orthopädie-Chefarzt Dr. Jürgen Ludwig (vorn) und Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann sind froh, dass die Patienten jetzt ihr Osteoporose-Risiko testen können.
Orthopädie-Chefarzt Dr. Jürgen Ludwig (vorn) und Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann sind froh, dass die Patienten jetzt ihr Osteoporose-Risiko testen können.
Mit einem Computer werden die Messwerte in Bilder umgewandelt und sehr schnell analysiert.
Mit einem Computer werden die Messwerte in Bilder umgewandelt und sehr schnell analysiert.

Der Anteil der Patienten mit Osteoporose nimmt zu. Jede dritte Frau nach den Wechseljahren und jeder fünfte Mann ab 70 ist betroffen. Dabei kann man diese Abnahme an Knochenmasse in den Griff bekommen, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Das Medizinische Zentrum Eichhof setzt als erste Einrichtung im Vogelsbergkreis ein hochmodernes Gerät ein, das mit geringer Strahlung die Knochendichte misst und so hilft, Osteoporose frühzeitig zu identifizieren.

"Für unsere Patienten ist das ein enormer Fortschritt. Wer die Knochendichte in unserer Qualität messen wollte, der musste bislang nach Fulda oder Gießen fahren. Jetzt bieten wir die Leistung in unserer Orthopädischen Praxis im Lauterbacher Krankenhaus an", sagt Dr. Jürgen Ludwig, Chefarzt der Fachabteilung für Unfall- und Orthopädische Chirurgie.

Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse ab. Im fortgeschrittenen Stadium können schon geringe Belastungen, wie etwa ein Hustenanfall, zu Knochenbrüchen führen. Bisweilen werden diese Brüche vom Patienten gar nicht bemerkt, was zu Schmerzen und einer Einschränkung der Beweglichkeit führt.

Osteoporose kann jeden treffen, aber die Krankheit ist behandelbar, erläutert Chefarzt Ludwig, etwa durch Vitamin D, Kalzium, Medikamente oder Bewegung. Deshalb ist es wichtig, das eigene Risiko genau einzuschätzen. Die sicherste Methode dafür ist die Knochendichte-Messung, die das Krankenhaus seit kurzer Zeit anbietet.

30.000 Euro hat die Eichhof-Stiftung dafür investiert, wie Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann berichtet. "Diese Investition in den medizinischen Fortschritt ist gut angelegt", ist Erdmann überzeugt. Das Gerät arbeitet hochpräzise, bedeutet für den Patienten aber nur ein Achtzigstel der Strahlenbelastung einer Röntgenaufnahme.

Bei der Knochendichtemessung werden die Beschaffenheit von vier Lendenwirbeln und einem Oberschenkel einschließlich Oberschenkelhals gemessen und daraus die Knochendichte errechnet. Das Gerät ist auch in der Lage, den Anteil an Fett, Muskeln und Knochen am eigenen Körpergewicht zu ermitteln.

Ludwig rät Patientinnen ab 60 und Patienten ab 70, die Knochendichte messen zu lassen. Wer raucht oder etwa bereits unter Wirbel- oder Oberschenkelhalsbrüchen litt, gilt als besonders gefährdet. Das Messverfahren ist absolut schmerzfrei; bereits nach wenigen Minuten liegen die Ergebnisse vor. Auf Wunsch kann das Krankenhaus in Abstimmung mit dem Hausarzt auch die Behandlung der Osteoporose übernehmen.

Patienten, die nicht stationär aufgenommen wurden, müssen die 48 Euro teure Behandlung selbst bezahlen. Dafür wird auch eine ausführliche Beratung geboten. Untersuchungstermine können in der Orthopädischen Ambulanz unter Telefon 06641 82-123 vereinbart werden

Medizinisches Zentrum Eichhof

13.08.2010