Aktuelles | Presse - Details
Französische Akzente auf Krankenhausfluren
Fotos von Yvonne Reuter im Medizinischen Zentrum Eichhof.

Das Medizinische Zentrum Eichhof will weiterhin für kulturelle Akzente in der Region sorgen. Einen solchen Akzent setzte das Lauterbacher Krankenhaus bei der Eröffnung einer Ausstellung mit Fotos aus Südfrankreich. Dabei entführte die Fotografin Yvonne Reuter ihr Publikum mit einem vertonten Vortrag in das Land der Katharer.
Helmut Totzek, der frühere Vorsitzende des Stiftungsrates, ist Initiator der Reihe „Kultur im Krankenhaus", die er jetzt gemeinsam mit Pflegedienstleitung Irmgard Raasch, der Qualitätsmanagementbeauftragten Rose-Marie Roux und Herbert Krauß, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, mit neuen Ideen füttert. Unter den Zuhörern begrüßte er besonders Dr. Hanns-Ulrich Wagner, seinen Nachfolger im Stiftungsratsvorsitz.
In seiner Begrüßung verwies Totzek auf die Lauterbacher Wurzeln der Architektin Yvonne Reuter, Tochter des früheren Stadtbaumeisters Horst Reuter, die heute in Darmstadt wohnt.
So war es auch die Lauterbacher Schwesterstadt Lézignan-Corbières, die Yvonne Reuter als 16-Jährige erstmals ins Land der Katharer zwischen Pyrenäen und Mittelmeer reisen ließ. Die Katharer waren eine Glaubensbewegung, die im Bereich der heutigen Region Languedoc-Roussillon besonders stark vertreten war.
Jetzt kehrte Yvonne Reuter noch einmal nach Südfrankreich zurück, um zu fotografieren - nicht zuletzt die berühmte Karfreitagsprozession von Perpignan. Die Prozession wird angeführt von Kapuzenmännern, die ein großes Holzkreuz vorantragen. Lebensgroße Heiligenfiguren werden von Frauen getragen.
Die Anhänger der katharischen Lehre bildeten eine der größten religiösen Laienbewegungen im Mittelalter. Zum bedeutendsten Katharergebiet entwickelte sich im 12. Jahrhundert das Landguedoc. Die Katharerbewegung wurde von der katholischen Kirche erbittert bekämpft. Aus dem Wort Katharer entwickelte sich das deutsche Wort Ketzer.
Weitere Motive der Fotos von Yvonne Reuter sind - berufsmäßig bedingt - natürlich die Architektur sowie das besondere Licht und die Farben in der Region. Auch die Berglandschaft mit ihren einsam liegenden Bergdörfern lichtete sie ab.
Die Foto-Ausstellung ist täglich bis zum 4. Oktober im Untergeschoss des Krankenhauses zu sehen. Der Eintritt ist frei.
