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Erfolgreiche Arbeit für psychisch erkrankte Bürger des Vogelsbergkreises
Vogelsberger Lebensräume feiern zehn Jahre Gemeindepsychiatrisches Zentrum in Alsfeld.


Mit einem Sommerfest und einer Feierstunde hat das Gemeindepsychiatrische Zentrum der Vogelsberger Lebensräume in Alsfeld seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Alsfelds Bürgermeister Ralf Becker bescheinigte der Einrichtung, sie leiste professionelle und erfolgreiche Arbeit.
Ende der 1990er Jahre wuchs die Überzeugung bei den Verantwortlichen, dass die ambulante Versorgung der seelisch Erkrankten im Raum Alsfeld nicht weiter ausschließlich von Lauterbach aus erfolgen konnte. Die Vogelsberger Lebensräume entschieden sich im Jahr 2000, in Alsfeld einen Standort zu eröffnen, im BGS-Gelände eine Immobilie zu erwerben und sie umzubauen. Die Lebensräume, eine Einrichtung der Stiftung Heilanstalt für Kranke in Lauterbach, sind im Vogelsbergkreis zuständig für die außerklinische psychiatrische Versorgung.
„Bis zur Eröffnung im Sommer 2001 war es ein langer und harter Weg. Vor allem dank einer großzügigen Spende der Annette-Hellwig-Stiftung konnten wir die Räume so umbauen, dass wir noch heute auf den hohen Standard stolz sein können“, sagte Klaus Schmidtkunz, Leiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Alsfeld, in der Feierstunde. Begrüßen konnte er dabei neben Manfred Pfeil, den Vorsitzenden der Annette Hellwig-Stiftung, die Vertreter zahlreicher anderer regionaler Organisationen, Werner Köhler, Leiter des Amtes für Soziale Sicherung des Vogelsbergkreises, Jörg Stein, stellvertretender Stationsleiter der Polizei Alsfeld sowie die Führung der Vogelsberger Lebensräume und des Medizinischen Zentrums Eichhof aus Lauterbach.
Als rückblickend „geniale Idee“ wertete Volker Christe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Eichhof-Stiftung, die Einrichtung des öffentlichen Cafés Kunterbunt, das von innen und außen, von Patienten der Einrichtung und der Öffentlichkeit, genutzt wird. „Das Bistro öffnet das Gemeindepsychiatrische Zentrum nach außen und ist zugleich eine Verbindung in beide Richtungen“, lobte Christe.
Er sagte, in der Tagesstätte würden heute 26 Menschen zwischen 28 und 77 Jahren versorgt und 29 Menschen werden vom Angebot des Betreuten Wohnens in ihren eigenen Wohnbezügen unterstützt. Im Wohnheim, das sich nur 200 Meter von dem Gemeindepsychiatrischen Zentrum entfernt befindet, leben 6 Menschen.
Aktuell werden zudem in Kooperation mit der Jugend- und Drogenberatungsstelle/ Suchthilfe im Vogelsbergkreis im Rahmen des Betreuten Wohnens Sucht 2 Menschen stationär und 27 Menschen ambulant versorgt.
Rund 400 Menschen pro Jahr erhalten in der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle Rat, Hilfe und, falls erforderlich, erste Hinweise für eine engere Betreuung, berichtete Christe.
Versorgt werden die Klienten von insgesamt 20 Mitarbeitern, wobei das Team gemeinsam für alle Einrichtungen in Alsfeld zuständig ist. „Das ermöglicht eine gebündelte Man- und Womanpower und eine patientenzentrierte Versorgung aus einem Guss – unabhängig davon, welche unserer Einrichtungen in Alsfeld der Klient gerade nutzt“, berichtete Schmidtkunz. In den zehn Jahren hätten auch zahlreiche Zivildienstleistende, jetzt abgelöst durch zwei Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres, ihre Spuren hinterlassen – nicht nur als Kratzer an den Bussen der Lebensräume. „Ihre frische Unbekümmertheit hat den Mitarbeitern und den Klienten stets sehr geholfen.“ Es sei gelungen, bilanzierte Schmidtkunz dankbar, die ambulante und die stationäre Versorgung eng miteinander zu verzahnen und mit den anderen Anbietern im Vogelsbergkreis eng und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.
„Es ist wunderbar, dass wir dieses Angebot haben und den Menschen mit hoher Professionalität und viel Einfühlungsvermögen geholfen wird“, lobte Bürgermeister Ralf Becker. Das Angebot sei umso wichtiger, als die Zahl seelisch erkrankter Menschen und der Hilfebedarf ständig stiegen. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre habe sich nicht nur das Gemeindepsychiatrische Zentrum, sondern auch das ehemalige BGS-Gelände gut entwickelt. Die Stadt hoffe, dass in Zukunft in dem Bereich auch einzelne Gebäude verkauft werden könnten. Sie sei dann möglicherweise an einzelnen Immobilien, etwa für die Krabbelgruppe, interessiert.
