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Eine Lobby für die seelisch Kranken im Vogelsbergkreis



Förderverein für psychiatrische Einrichtungen der Eichhof-Stiftung blickt auf 15 Jahre aktive Unterstützung psychisch kranker Menschen zurück - Andere Perspektiven schaffen.

Stießen beim Sommerfest auf das Jubiläum an (von links): Matthias Molitor, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, Vorsitzende Baronin Ulrike Riedesel, Harry Bernardis, Leiter der Vogelsberger Lebensräume, Mitarbeiterin Veronika Hamel und Roland Bamberger, Leiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums in Lauterbach.
Stießen beim Sommerfest auf das Jubiläum an (von links): Matthias Molitor, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, Vorsitzende Baronin Ulrike Riedesel, Harry Bernardis, Leiter der Vogelsberger Lebensräume, Mitarbeiterin Veronika Hamel und Roland Bamberger, Leiter des Gemeindepsychiatrischen Zentrums in Lauterbach.

Psychisch kranke Menschen brauchen eine Stimme, die im Vogelsbergkreis auf ihre Probleme aufmerksam macht. Die immer noch herrschende Tabuisierung seelischer Erkrankungen muss aufgebrochen werden. Diese Gedanken standen am Anfang der Gründung des Fördervereins für die psychiatrischen Einrichtungen der Eichhof-Stiftung. „Wir haben viel bewegt“, bilanziert die Vorsitzende, Baronin Ulrike Riedesel.

Als die seelisch Kranken im Kreis eine Lobby bekamen, war die fachmedizinische psychiatrische Versorgung im Kreis noch jung. Die Psychiatrische Abteilung im Medizinischen Zentrum Eichhof war 1977 gegründet worden. Seit 1985 ist sie für die stationäre und teilstationäre Behandlung erwachsener psychisch kranker Menschen im Vogelsbergkreis zuständig. Die 1992 entstandenen Vogelsberger Lebensräume, ebenfalls eine Einrichtung der Stiftung Heilanstalt für Kranke, sind zuständig für die außerklinische und ergänzende psychiatrische Versorgung im Kreis. In einem Verbund vielfältiger Einrichtungen machen die Lebensräume ein Angebot, das psychisch kranke Menschen in ihrer alltäglichen Lebensgestaltung unterstützt - dort, wo sie zuhause sind und ihre persönlichen Bindungen haben.

„Beide Einrichtungen brauchen eine Lobby“, sagte die Vorsitzende Ulrike Riedesel. Die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand hätten auch die Psychiatrische Abteilung und die Vogelsberger Lebensräume getroffen. „Viele Dinge, die vom Gesundheitssystem nicht mehr bezahlt werden können, übernehmen wir. Uns geht es vor allem darum, den Kranken eine Teilhabe am ganz normalen Alltag zu ermöglichen. Wir finanzieren Aktivitäten und Anschaffungen, die ohne unsere Hilfe nicht möglich wären“, sagt die Baronin. Die Fördereinrichtung begann vor 15 Jahren als Beirat, vor neun Jahren wurde dann der „Verein zur Förderung der psychiatrischen Einrichtungen der Stiftung Heilanstalt für Kranke in Lauterbach“, wie der eingetragene Verein mit ganzem Namen heißt, gegründet.

Zu den Ausgaben der vergangenen Jahre gehören Malkurse, der Kauf von Ergometern, Zuschüsse für Freizeiten oder die Organisation von Badminton-Turnieren. „Schon mit kleinen Mitteln können wir den Betroffenen oft eine ganz andere Perspektive bieten. Die Menschen sind sehr dankbar. Unsere Arbeit lohnt sich wirklich“, sagt Ulrike Riedesel. Dankbar ist sie auch dafür, dass der Verein bei größeren Ausgaben von heimischen Stiftungen wie der Annette-Hellwig-, der Manteuffel- und der Wilhelm-Stabernack-Stiftung, großzügig unterstützt wurde. Einmal im Jahr organisiert der Verein in den Räumen des Hohhaus Museums eine Philosophische Soireé, die nächste am 2. Dezember zum Thema „Humor“. Das Wissen, dass auch gesunde Menschen nicht davor gefeit sind, einmal seelisch zu erkranken, sei für viele Mitglieder Anlass, sich zu engagieren, berichtet die Vorsitzende. Gefeiert wurde das Jubiläum beim Sommerfest der Lebensräume.

Medizinisches Zentrum Eichhof

29.09.2010