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Der Zeit mehr Leben und Sterbenden Würde geben



Neues Palliativteam in Lauterbach versorgt unheilbar Kranke, damit sie zuhause sterben können - unbürokratische Hilfe.

Gaben den Startschuss für die neue Palliativversorgung in Lauterbach, Schlitz, Wartenberg und Herbstein (von links): Dr. Ines Josek, Dr. Ansgar Hoffmann, Claudia Rodemer, Susanne Scheuls-Richter, Cornelia Eggers, Dr. Dr. Christoph Herda, Dr. Beate Kniepert, Dr. Norbert Sehn sowie vom Palliativteam Waldhessen Dr. Ulrike Mäthrich und Birgit Berger.
Gaben den Startschuss für die neue Palliativversorgung in Lauterbach, Schlitz, Wartenberg und Herbstein (von links): Dr. Ines Josek, Dr. Ansgar Hoffmann, Claudia Rodemer, Susanne Scheuls-Richter, Cornelia Eggers, Dr. Dr. Christoph Herda, Dr. Beate Kniepert, Dr. Norbert Sehn sowie vom Palliativteam Waldhessen Dr. Ulrike Mäthrich und Birgit Berger.

Erstmals können Patienten im Raum Lauterbach in ihren  letzten Lebenswochen auf qualifizierten palliativ-medizinischen Beistand bauen, der es ihnen ermöglichen soll, im vertrauten häuslichen Umfeld zu sterben. Vier Ärzte des Medizinischen Zentrums Eichhof bilden mit vier Pflegekräften des Krankenhauses und der Diakoniestation Lauterbach sowie zwei Psychologen den Kern des neuen Palliativteams, das für Lauterbach, Schlitz, Wartenberg und Herbstein zuständig ist.

In einer Informationsveranstaltung für die niedergelassenen Ärzte und Pflegedienste der Region haben Dr. Norbert Sehn, Intensivmediziner und Leiter des neuen Lauterbacher Teams sowie Dr. Ulrike Mäthrich, Leiterin des Palliativteams Waldhessen, die im Bereich Lauterbach neue medizinische Dienstleistung vorgestellt. "Wir sind keine Konkurrenz zu Ärzten und Pflegediensten, sondern eine wichtige Ergänzung. Wenn die häusliche Versorgung an ihre Grenzen stößt, bieten wir unsere Fachkompetenz an", sagte Sehn.

Seit einigen Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte einen Anspruch auf eine Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung, um unheilbar erkrankten Menschen und ihren Angehörigen Unterstützung anzubieten.
Bislang gab es in der Region allerdings nur sehr wenig spezialisierte Palliativmediziner. Seit einigen Jahren wirkt ein Palliativnetz in Fulda, seit Anfang 2010 arbeitet ein Palliativteam in Alsfeld.

Die Hilfe durch Palliativmediziner soll den Betroffenen bestmögliche Lebensqualität in der ihnen verbleibenden Lebenszeit geben. Ziel ist es, Menschen in ihrer gewohnten Umgebung zu betreuen. Palliativversorgung stellt nicht die Behandlung der Krankheit, sondern die Linderung der Beschwerden in den Vordergrund. Ein wichtiger Baustein ist die regelmäßige Kontrolle der Symptome, insbesondere der Schmerzen, durch qualifiziertes ärztliches und pflegerisches Fachpersonal. "Die Palliativversorgung ist keine Sterbehilfe. Sie bejaht das Leben und sieht Sterben als einen natürlichen Prozess an. Patientenwürde und -wünsche haben für uns höchste Priorität", sagt Mäthrich.

Das Angebot richtet sich an Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Krankheit bei begrenzter Lebenserwartung, wie etwa eine fortgeschrittene Krebserkrankung oder fortschreitende Erkrankung des Nervensystems oder der Endzustand einer chronischen Nieren-, Leber-, Herz- oder Lungenerkrankung. Die Mediziner, die Pflegekräfte und die Psychologen kommen aus der Region - verwaltungsmäßig eingebettet in das Palliativnetz Waldhessen, Bad Hersfeld.

Das Palliativteam in Lauterbach wird gebildet durch die Ärzte Dr. Ansgar Hoffmann, Dr. Ines Josek, Dr. Beate Kniepert und Dr. Norbert Sehn, die Pflegekräfte Susanne Scheuls-Richter und Claudia Rodemer vom Eichhof-Krankenhaus sowie Cornelia Eggers und Daniela Rudolph von der Diakoniestation Lauterbach. Hinzu kommen die Psycho-Onkologen Agnes Kutschke und Dr. Dr. Christoph Herda.

Für die betroffenen Patienten gibt es eine Telefonnummer, unter der sie rund um die Uhr Hilfe durch eine Fachkraft bekommen, die sie und ihre Lage kennt.
Wichtig ist dem Palliativteam aber ein ständiges, enges In-Kontakt-Bleiben, das schwere Krisen vermeiden soll. Mehr Informationen erteilt das Palliativteam in Lauterbach unter der Telefon-Nr. 06641 82-767.

Medizinisches Zentrum Eichhof

09.02.2011