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Auszeichnung für Ambulante Palliativversorgung in Osthessen
Preis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin geht an Palliativteam Waldhessen.


Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr den Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung" zur Hälfte an das Palliativteam Waldhessen verliehen, das in enger Kooperation mit dem Medizinischen Zentrum Eichhof die Palliativversorgung im Altkreis Lauterbach sicherstellt. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 EUR dotiert und wird von dem Pharmaunternehmen Grünenthal gestiftet.
Der Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung" zeichnet die Projekte aus, die es geschafft haben, den Anforderungen der ambulanten Palliativversorgung und vor allem der SAPV (Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung) besonders gerecht zu werden. Die SAPV schließt Lücken in der Versorgung von schwerstkranken Menschen und versucht, ihnen bis zuletzt ein würdevolles Leben in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen.
Die Preisverleihung fand in Saarbrücken beim Palliativtag der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin statt. Prof. Dr. Friedemann Nauck, Präsident der Gesellschaft, lobte das osthessische Modell als „relativ junges, aber beispielhaftes regionales Versorgungsmodell, das mit einem enorm hohen persönlichen Engagement initiiert wurde". Diese habe sich nicht nur die Vernetzung von allgemeiner und spezieller Palliativversorgung, sondern auch die Überwindung sektoraler Grenzen zur Aufgabe gemacht.
Das Palliativteam Waldhessen wurde 2005 gegründet. Es zeige, dass die Versorgung in ländlichen Regionen in gleicher Qualität wie in Ballungszentren gewährleistet werden könne, wenn hierfür passende Arbeits- und Kooperationsformen sowie motivierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
Das Konzept des Palliativteams Waldhessen versucht, Formen der allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung zu verbinden. Es ist mit einem Kernteam im Kreis Hersfeld-Rotenburg an das Klinikum Hersfeld angebunden und verfügt über Außenstellen und Anbindungen zu den Krankenhäusern in Lauterbach und Alsfeld, um vor Ort und wohnortnah die Palliativversorgung in einem relativ großen Umkreis zu ermöglichen. Jedes kooperierende Team an den drei Standorten hält eine eigene ärztliche und pflegerische 24-Stunden-Bereitschaft zur Patientenversorgung einschließlich Krisenintervention für alle Leistungen der SAPV vor. Im Jahre 2010 wurden 155 Patienten betreut, zwischen 75 und 94 Prozent konnten in der häuslichen Umgebung sterben.
Das osthessische Modell der Kooperation mehrerer Kliniken mit einer klaren Zuordnung zu einer gemeinsamen Leitung und Struktur sowie die Förderung der vor Ort Betreuung durch die ansässigen Teams solle für andere Regionen mit einem Einzugsbereich von weniger als 200.000 Einwohnern und dünner Besiedelung Ermunterung sein, die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung umzusetzen, sagte Nauck.
